Grippe: Symptome, Behandlung und Vorbeugung – warum die ersten 48 Stunden wichtig sind
KINGRAY AKADEMIE · WISSENSARTIKEL
Grippe: Symptome, Behandlung und Vorbeugung – warum die ersten 48 Stunden wichtig sind
Am Abend haben Sie sich noch gut gefühlt, doch am Morgen schmerzt der ganze Körper, Sie haben Schüttelfrost und kaum genug Kraft, um aufzustehen. So beginnt eine Grippe häufig.
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Eine Grippe kann den Alltag innerhalb weniger Stunden unterbrechen. Die meisten Menschen erholen sich ohne Komplikationen. Ältere Menschen, Schwangere, kleine Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen können jedoch schwerer erkranken.
Antivirale Grippemedikamente wirken am besten, wenn die Behandlung möglichst früh beginnt, idealerweise innerhalb der ersten 48 Stunden nach Symptombeginn. Auch ein späterer Beginn kann noch nützen, insbesondere bei erhöhtem Komplikationsrisiko oder einem schweren beziehungsweise sich verschlechternden Verlauf. Über die Verordnung entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt.
Quellen zu diesem Thema: [3]
Grippe ist mehr als eine starke Erkältung
Grippe wird durch Influenzaviren verursacht, vor allem durch die Typen A und B. Eine Erkältung können zahlreiche andere Atemwegsviren auslösen.
Der Unterschied zeigt sich häufig darin, wie plötzlich die Beschwerden beginnen und wie stark sie den ganzen Körper betreffen.
GRIPPE
Beginnt meist plötzlich
- Fieber und Schüttelfrost,
- ausgeprägte Muskel- und Gelenkschmerzen,
- starke Müdigkeit und Schwäche,
- trockener Reizhusten,
- Kopfschmerzen,
- Halsschmerzen oder Kratzen im Hals.
ERKÄLTUNG
Beginnt meist allmählich
- Schnupfen und Niesen,
- eine verstopfte Nase,
- leichtere Gliederschmerzen,
- hohes Fieber ist seltener,
- insgesamt meist ein milderer Verlauf.
Die Symptome von COVID-19 und Grippe überschneiden sich deutlich. Beide können Husten, Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen und Halsschmerzen verursachen. Allein anhand der Beschwerden lassen sie sich nicht immer zuverlässig unterscheiden. Ein Test und eine ärztliche Beurteilung können helfen.
Wie schnell treten Grippesymptome auf?
Die Inkubationszeit einer Grippe beträgt in der Regel etwa 1 bis 4 Tage. Eine infizierte Person kann das Virus allerdings schon vor den ersten Symptomen weitergeben.
typische Inkubationszeit
das Virus kann bereits etwa einen Tag vor Krankheitsbeginn weitergegeben werden
das Virus kann noch mehrere Tage nach Symptombeginn weitergegeben werden
Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem können das Virus länger ausscheiden und übertragen. Diese Zeitangaben sind ungefähre Richtwerte und bestimmen für sich allein nicht, wann die Rückkehr in eine Gemeinschaft sicher ist.
Wie verbreitet sich Grippe?
- über Tröpfchen und Aerosole beim Husten, Niesen, Sprechen und Atmen,
- bei engem Kontakt in Innenräumen,
- über Hände nach Kontakt mit Atemwegssekreten.
Typische Grippesymptome
Nicht alle Menschen haben sämtliche Symptome, und eine Grippe kann auch ohne hohes Fieber auftreten.
Bei Kindern können häufiger Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Ohrenschmerzen oder deutlich verminderte Aktivität auftreten.
Was können Sie bei Grippe zu Hause tun?
Bei einem unkomplizierten Verlauf sind Ruhe und die Beobachtung des Gesundheitszustands besonders wichtig.
Bleiben Sie zu Hause
Vermeiden Sie Arbeit, Schule, Einkäufe und Kontakt zu älteren Menschen oder Menschen mit chronischen Erkrankungen. Ihr Körper braucht Ruhe, und wenn Sie zu Hause bleiben, schützen Sie auch andere.
Trinken Sie ausreichend
Fieber, schnellere Atmung und Schwitzen erhöhen den Flüssigkeitsverlust. Wasser, ungesüßter Tee oder Brühe sind geeignete Möglichkeiten. Trinken Sie regelmäßig, auch wenn Sie keinen starken Durst verspüren.
Ruhen Sie sich aus und verzichten Sie auf Sport
Eine Grippe muss nicht durch intensives Training „ausgeschwitzt“ werden. Körperliche Anstrengung bei Fieber und einer Erkrankung, die den ganzen Körper betrifft, ist eine unnötige Belastung. Steigern Sie Ihre Aktivität nach und nach.
Wenden Sie Mittel gegen Fieber und Schmerzen sorgfältig an
Paracetamol oder Ibuprofen können gegen Schmerzen und Fieber eingesetzt werden, wenn sie für Ihren Gesundheitszustand geeignet sind und gemäß den Anwendungshinweisen eingenommen werden.
Prüfen Sie kombinierte Erkältungs- und Grippemittel: Manche enthalten bereits Paracetamol.
Kinder und Jugendliche mit Grippe oder Grippeverdacht sollten wegen des Risikos eines schweren Reye-Syndroms keine Acetylsalicylsäure erhalten.
Lüften Sie die Räume
Regelmäßiges kurzes Lüften hilft, die Konzentration von Atemwegspartikeln in Innenräumen zu senken. Sehr trockene Luft kann Nase und Rachen zusätzlich reizen.
Antibiotika behandeln keine Grippe
Grippe wird durch ein Virus verursacht. Antibiotika wirken gegen Bakterien, nicht gegen das Influenzavirus.
Eine Ärztin oder ein Arzt kann sie verordnen, wenn im Zusammenhang mit der Grippe eine bakterielle Komplikation auftritt.
Antivirale Medikamente: Warum sind die ersten zwei Tage wichtig?
Verschreibungspflichtige Arzneimittel gegen Grippe heißen Virostatika beziehungsweise antivirale Medikamente. Ein Beispiel ist Oseltamivir.
Antivirale Medikamente wirken am besten, wenn die Behandlung möglichst früh beginnt, idealerweise innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn.
Nach 48 Stunden ist es nicht automatisch zu spät. Antivirale Medikamente können Menschen mit erhöhtem Komplikationsrisiko, im Krankenhaus behandelten Personen sowie bei einem schweren oder sich verschlechternden Verlauf weiterhin helfen. Holen Sie ärztlichen Rat ein; dort wird entschieden, ob das Medikament geeignet ist.
Wenn Sie zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören und plötzlich typische Grippesymptome auftreten, holen Sie möglichst früh ärztlichen Rat ein.
Quellen zu diesem Thema: [3]
Wer hat ein höheres Komplikationsrisiko?
Zu den Gruppen mit erhöhtem Risiko gehören beispielsweise:
Wenn es erst besser und dann wieder schlechter wird
Grippe kann zu einer viralen oder einer nachfolgenden bakteriellen Lungenentzündung führen. Ein Warnsignal ist, wenn Fieber und Husten zunächst nachlassen und dann zurückkehren oder stärker werden.
- neues oder erneut hohes Fieber,
- zunehmenden Husten,
- Brustschmerzen,
- Atemnot,
- eitrigen oder blutigen Auswurf,
- eine plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands.
Wann sollten Sie sofort Hilfe suchen?
- Atemnot oder sehr schnelle Atmung,
- bläuliche Lippen oder ein bläuliches Gesicht,
- Schmerzen oder Druck in der Brust,
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen,
- ausgeprägte Schläfrigkeit,
- Kollaps oder Krampfanfälle,
- Unfähigkeit, Flüssigkeit zu trinken,
- ausgeprägte Austrocknung,
- eine deutlich verringerte Sauerstoffsättigung,
- eine plötzliche Verschlechterung einer chronischen Erkrankung,
- Fieber oder Husten, die nach anfänglicher Besserung zurückkehren.
Warnzeichen sind Einziehungen zwischen den Rippen bei jedem Atemzug, die Verweigerung von Flüssigkeit, fehlender Urin, ungewöhnliche Schläfrigkeit oder eine veränderte Reaktionsfähigkeit.
Jedes Fieber bei einem Säugling unter drei Monaten erfordert umgehend ärztlichen Rat.
Die wichtigste spezifische Vorbeugung: die jährliche Impfung
Influenzaviren verändern sich. Deshalb wird die Zusammensetzung der Impfstoffe regelmäßig überprüft und die Impfung jährlich wiederholt.
Die Impfung hilft, die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung zu senken, insbesondere aber das Risiko eines schweren Verlaufs, von Komplikationen und einer Krankenhausaufnahme.
Eine schützende Immunantwort entwickelt sich innerhalb von etwa zwei Wochen. Deshalb ist eine Impfung vor einer breiten Ausbreitung der Grippe sinnvoll.
Auch später kann die Impfung noch sinnvoll sein, wenn die Grippesaison andauert.
Nach der Impfung können vorübergehend Schmerzen im Arm, leicht erhöhte Temperatur oder Müdigkeit auftreten.
Wie lässt sich die Verbreitung von Grippe begrenzen?
Nahrungsergänzungsmittel, Kräuter und Lichtgeräte ersetzen weder die Impfung noch antivirale Medikamente oder die ärztliche Behandlung einer Grippe.
Einen nachgewiesenen Mangel an einem bestimmten Nährstoff auszugleichen kann sinnvoll sein. Hohe Vitamindosen zerstören das Influenzavirus jedoch nicht.
Was sollten Sie sich merken?
Grippe beginnt meist plötzlich und kann starke Müdigkeit, Fieber, Gliederschmerzen und trockenen Husten verursachen. Sie ist mehr als ein starker Schnupfen.
Bei einem milden Verlauf helfen Ruhe, Flüssigkeit, eine geeignete Fieberlinderung und weniger Kontakt zu anderen.
Menschen mit erhöhtem Risiko sollten möglichst früh ärztlichen Rat einholen, weil antivirale Medikamente bei einem frühen Behandlungsbeginn am besten wirken.
Atemnot, Brustschmerzen, Verwirrtheit, Austrocknung oder eine Verschlechterung nach anfänglicher Besserung sind Gründe für eine rasche ärztliche Abklärung.
FAQ – häufige Fragen zur Grippe
Wie beginnt eine Grippe normalerweise?
Oft plötzlich, mit Fieber oder Schüttelfrost, ausgeprägter Müdigkeit, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und trockenem Husten.
Warum ist bei der Grippebehandlung von den ersten 48 Stunden die Rede?
Antivirale Medikamente wirken am besten, wenn die Behandlung möglichst früh beginnt, idealerweise innerhalb der ersten 48 Stunden nach Symptombeginn. Auch später können sie Menschen mit erhöhtem Komplikationsrisiko oder einem schweren Verlauf noch helfen. Über die Verordnung entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt.
Helfen Antibiotika bei Grippe?
Nicht gegen das Influenzavirus selbst. Bei einer bakteriellen Komplikation können ärztlich Antibiotika eingesetzt werden.
Lassen sich Grippe und COVID-19 anhand der Symptome immer unterscheiden?
Nein. Die Beschwerden können sich deutlich überschneiden; ein Test und eine ärztliche Beurteilung können helfen.
Wann sollten Sie sofort Hilfe suchen?
Insbesondere bei Atemnot, Schmerzen oder Druck in der Brust, Bewusstseinsstörungen, ausgeprägter Austrocknung oder einer plötzlichen, schweren Verschlechterung.
Dieser Artikel dient der Information und Aufklärung. Er ersetzt keine individuelle ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Ob Medikamente, antivirale Arzneimittel und weitere Maßnahmen geeignet sind, beurteilt medizinisches Fachpersonal anhand des jeweiligen Gesundheitszustands.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Zahlen bei den Kapiteln verweisen auf die fachlichen Grundlagen. Alle Quellen sind offen aufgeführt und können im Original nachgelesen werden.
- WHO: saisonale Influenza – Überblick
- CDC: Anzeichen und Symptome einer Grippe
- CDC: Grippebehandlung und antivirale Medikamente
- CDC: wichtige Informationen zur Grippeimpfung
- CDC: wie sich Grippe verbreitet
- CDC: Menschen mit erhöhtem Risiko für Grippekomplikationen
- NHS: Grippe – häusliche Maßnahmen und ärztliche Hilfe
- CDC: was bei einer Grippe zu tun ist
- Europäische Kommission: 112 – die europäische Notrufnummer











