Polyphenole: Was sie sind, wo sie vorkommen und welche Lebensmittel sie enthalten

Welche Lebensmittel enthalten Polyphenole?
WISSENSARTIKEL · KINGRAY AKADEMIE

Polyphenole: Was sie sind, wo sie vorkommen und welche Lebensmittel sie enthalten

Tee, Kaffee, Beeren, Kakao und Oliven enthalten verschiedene Polyphenole. Dieser Überblick erklärt, was Polyphenole sind, wo sie vorkommen und wie sich Informationen über Lebensmittel von Forschungsergebnissen zu konzentrierten Extrakten unterscheiden.

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Was sind Polyphenole?

Polyphenole sind eine vielfältige Gruppe natürlich vorkommender Pflanzenstoffe. Zu den häufig beschriebenen Gruppen gehören Flavonoide, Phenolsäuren, Stilbene und Lignane. Ein Lebensmittel enthält in der Regel mehrere verschiedene Verbindungen. Ihre Mengen hängen von Sorte, Reifegrad, Anbau, Lagerung und Verarbeitung ab.

Welche Lebensmittel enthalten Polyphenole?

Obst und Gemüse
Heidelbeeren, Brombeeren, Äpfel, Trauben, Zitrusfrüchte und Zwiebeln.
Tee, Kaffee und Kakao
Grüner und schwarzer Tee, Kaffee, Kakao und kakaohaltige Produkte.
Oliven, Nüsse und Samen
Oliven, natives Olivenöl, Walnüsse, Haselnüsse, Leinsamen und Sesamsamen.
Weitere pflanzliche Quellen
Hülsenfrüchte, bestimmte Getreidearten, Kräuter und Gewürze, darunter Gewürznelken.

Welche Quellen enthalten die meisten Polyphenole?

Eine Rangliste pro 100 g Lebensmittel entspricht nicht der Menge in einer üblichen Portion. Gewürze können pro 100 g hohe Gehalte aufweisen, werden aber in kleinen Mengen verwendet. Bei Tee spielt auch die Zubereitung eine Rolle. Mit unterschiedlichen Messmethoden ermittelte Werte sind nicht immer direkt vergleichbar. Daher lässt sich kein einzelnes Lebensmittel pauschal als „beste Quelle“ bezeichnen.

Polyphenole und Antioxidantien: Was ist der Unterschied?

Polyphenol bezeichnet eine Gruppe chemischer Verbindungen; Antioxidans beschreibt die Fähigkeit, Oxidation unter bestimmten Bedingungen zu begrenzen. Manche Polyphenole zeigen in Labortests antioxidative Aktivität. Das allein belegt jedoch weder Zellschutz noch eine entzündungshemmende Wirkung oder die Vorbeugung von Krankheiten nach dem Verzehr eines bestimmten Lebensmittels oder Extrakts. Nicht alle Antioxidantien sind Polyphenole.

Beispiele für Polyphenole

Anthocyane
Farbstoffe, die beispielsweise in dunklen Beeren vorkommen.
Catechine
Sie kommen beispielsweise in grünem Tee vor; EGCG ist eines davon.
Resveratrol
Gehört zu den Stilbenen und kommt beispielsweise in Trauben vor.
Lignane
Zu ihren Nahrungsquellen gehören Leinsamen.

Polyphenole und das Darmmikrobiom

Ein Teil der aufgenommenen Polyphenole und ihrer Stoffwechselprodukte gelangt in den Dickdarm, wo Darmmikroorganismen sie weiter umwandeln können. Aufnahme und Umwandlung unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Die Erforschung dieser Prozesse belegt nicht, dass ein bestimmtes Produkt das Mikrobiom „wiederherstellt“ oder Verdauungskrankheiten behandelt.

Lebensmittel und konzentrierte Extrakte

Lebensmittel liefern ein Gemisch von Verbindungen zusammen mit weiteren Nahrungsbestandteilen. Ein konzentrierter Extrakt kann eine andere Zusammensetzung, Dosis und ein anderes Sicherheitsprofil haben. Bei der Bewertung von Grüntee-Catechinen wies die EFSA auf mögliche Leberschäden durch hohe EGCG-Dosen in Nahrungsergänzungsmitteln hin. Herkömmlich aufgebrühter Tee darf daher nicht automatisch mit einem Extrakt gleichgesetzt werden. Besprechen Sie konzentrierte Extrakte mit einem Arzt oder Apotheker, wenn Sie Medikamente einnehmen, schwanger sind oder eine Lebererkrankung haben.

Wie lassen sich Polyphenolstudien einordnen?

Achten Sie auf die genaue Verbindung beziehungsweise den Extrakt, die Dosis, die Dauer, die Teilnehmerzahl und das gemessene Ergebnis. Laborversuche, Beobachtungsstudien und kontrollierte Studien am Menschen liefern unterschiedliche Arten von Belegen. Ergebnisse einer einzelnen Untersuchung lassen sich nicht auf alle Polyphenole oder beliebige Produkte übertragen. Bei gesundheitsbezogenen Angaben müssen der genaue Wortlaut und die Verwendungsbedingungen im EU-Register geprüft werden.

Häufige Fragen

Was sind Polyphenole und wo kommen sie vor?

Es sind Pflanzenstoffe, die beispielsweise in Obst, Gemüse, Tee, Kaffee, Kakao, Oliven, Nüssen und Samen vorkommen.

Ist Resveratrol ein Polyphenol?

Ja, es gehört zu den Stilbenen. Eine seiner Nahrungsquellen sind Trauben.

Ist ein Extrakt besser als ein Lebensmittel?

Das lässt sich nicht pauschal behaupten. Eine höhere Konzentration bedeutet nicht automatisch einen größeren Nutzen oder eine bessere Sicherheit.

Sind Polyphenole und Antioxidantien dasselbe?

Nein. Polyphenole sind eine Gruppe von Verbindungen; antioxidative Aktivität ist eine von den Bedingungen abhängige Eigenschaft. Ein Laborergebnis belegt keine therapeutische Wirkung.

Muss man wegen der Polyphenole Rotwein trinken?

Nein. Auch viele alkoholfreie Lebensmittel und Getränke enthalten Polyphenole. Dieser Artikel empfiehlt Alkohol nicht als Quelle.

Fachquellen

Ing. František Kokoš
Autor: Ing. František Kokoš
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